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Markenporträt

XPENG: Vom Start-up zum Technikpartner von Volkswagen

Benannt nach seinem heutigen Chef, entwickelt das Start-up aus Guangzhou Technik für Volkswagen in China. In Deutschland wurden 2026 bis September mehr als doppelt so viele XPENG zugelassen wie im ganzen Vorjahr.

6 Min. Lesezeit · Stand Oktober 2026 ·

Guangzhou, August 2014: Xia Heng und He Tao, zwei frühere Führungskräfte des Autokonzerns GAC, gründen ein Elektroauto-Start-up. Unterstützt werden sie von He Xiaopeng, der im Juni desselben Jahres den von ihm mitgegründeten Mobilsoftware-Anbieter UCWeb an Alibaba verkauft hat, in der bis dahin größten Übernahme der chinesischen Internetbranche. Auch Xiaomi-Gründer Lei Jun gibt früh Geld. Drei Jahre später steigt He Xiaopeng ganz ein, heute steht sein Vorname auf jedem Auto der Marke: XPENG, kurz für Xiaopeng. Und neun Jahre nach der Gründung kauft sich Volkswagen bei dem Start-up ein.

  • 2014

    in Guangzhou gegründet

  • 429.445

    ausgelieferte Fahrzeuge weltweit 2025

  • 7.023

    Neuzulassungen in Deutschland bis Sept. 2026

  • 110

    geplante Standorte in Deutschland Ende 2026 laut XPENG

Der Geldgeber, der zum Chef wurde

Im September 2016 zeigte das junge Unternehmen in Peking einen ersten Prototyp seines kompakten Elektro-SUV G3. Ein knappes Jahr später, im August 2017, verließ He Xiaopeng Alibaba, wo er nach dem Verkauf von UCWeb in leitenden Funktionen gearbeitet hatte, und wurde hauptberuflich Chairman von XPENG. Heute führt er das Unternehmen als Chairman und CEO.

Auch das übrige Geld kam von bekannten Namen: Alibaba, Foxconn und IDG Capital investierten, 2019 stieg Xiaomi als strategischer Investor ein. Im November 2018 begann die Serienfertigung des G3. Im April 2019 zeigte XPENG auf der Auto Shanghai die Limousine P7, die ab Juni 2020 an Kunden ging. Im August 2020 folgte der Börsengang in New York, die Aktie legte am ersten Handelstag um mehr als 40 Prozent zu. Seit Juli 2021 ist XPENG zusätzlich in Hongkong notiert, als erstes in den USA gelistetes chinesisches Unternehmen mit zwei gleichrangigen Erstnotierungen.

Der Mann, dessen Vorname heute auf jedem XPENG steht, gab zuerst Geld und stieg erst drei Jahre später fest ein.

Blaues Kompakt-SUV XPENG G3 in der Heckansicht auf einem Messestand, im Hintergrund Besucher
XPENG G3, das erste Serienmodell der Marke, auf einer Automesse in Shanghai (2018)Foto: Jengtingchen / Wikimedia Commons, Gesichter unkenntlich gemacht · CC BY-SA 4.0

Ein Autohersteller mit eigenem KI-Chip

XPENG versteht sich als Technologieunternehmen und entwickelt das Wichtigste selbst: Fahrassistenz, Betriebssystem, Antrieb und die Elektronik-Architektur der Autos. Die Assistenzsysteme heißen XPILOT, das Betriebssystem XOS. Es wird regelmäßig per Over-the-Air-Update erweitert, in Deutschland zuletzt im August 2026 auf Version 5.9.5.

Bei der Sensorik hat XPENG die Richtung gewechselt. 2021 kam die Limousine P5 mit Lidar, Ende 2024 folgte mit dem P7+ das erste Modell, das nur noch mit Kameras und Radar auskommt; 2025 entfiel der Lidar auch bei überarbeiteten älteren Baureihen. Die Rechenarbeit übernimmt seit 2025 ein selbst entwickelter KI-Chip namens Turing, an dem XPENG seit 2020 arbeitet. Er schafft bis zu 750 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde und rechnet für Fahrassistenz und Sprachsteuerung, in der Topversion des L03 arbeiten drei davon.

Beim Laden setzt XPENG auf 800 Volt und schnellladefähige LFP-Akkus: G6, G9, P7+ und X9 laden laut Hersteller in rund zehn Minuten von 20 auf 80 Prozent. Nur der kompakte L03 nutzt 400 Volt, ihn gibt es außerdem mit Range Extender.

Der Einstieg von Volkswagen

Im Juli 2023 kaufte Volkswagen für rund 700 Millionen Dollar knapp fünf Prozent an XPENG. Vereinbart wurde zunächst, gemeinsam zwei Elektroautos der Marke VW für den chinesischen Markt zu entwickeln. 2024 kam eine neue Elektronik-Architektur hinzu, die auf XPENG-Technik aufbaut und ab 2026 in Volkswagen-Modellen für China in Serie gehen soll. 2025 weiteten beide die Zusammenarbeit auf Verbrenner und Plug-in-Hybride aus.

Im August 2023 übernahm XPENG außerdem die Autoentwicklung des Fahrdienstvermittlers DiDi und bezahlte mit eigenen Aktien. Gemeinsam mit DiDi entstand die günstigere Linie MONA, deren erstes Modell M03 im Juni 2024 vorgestellt wurde. Danach ging es steil bergauf: 2024 lieferte XPENG 190.068 Fahrzeuge aus, 2025 mit 429.445 mehr als doppelt so viele. Im vierten Quartal 2025 schrieb das Unternehmen erstmals einen Quartalsgewinn, im November 2025 lief das einmillionste Auto vom Band. Zu diesem Zeitpunkt war XPENG schon seit anderthalb Jahren in Deutschland unterwegs.

Ab 2026 sollen Volkswagen-Modelle in China mit einer Elektronik-Architektur fahren, die auf XPENG-Technik aufbaut.

Deutschland: Händler statt Direktvertrieb

Den Weg nach Europa begann XPENG in Norwegen, wo im Dezember 2020 der Verkauf des G3 startete. Auf der IAA Mobility 2023 in München kündigte die Marke den Deutschlandstart an, im Mai 2024 war es so weit: zuerst mit der Limousine P7 und dem großen SUV G9, wenige Monate später mit dem G6. Zuständig ist die XPeng Motors (Germany) GmbH in München, die nicht auf Direktvertrieb setzt, sondern auf klassische Vertragshändler. 2024 gab es 20 Standorte, Ende 2025 waren es 50 und im Juli 2026 rund 70. Bis Ende 2026 sollen es bis zu 110 werden.

Die Nachfrage zieht mit. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2024 nur 393 XPENG neu zugelassen, 2025 waren es 2.991 und von Januar bis September 2026 bereits 7.023. Innerhalb eines Jahres wuchs das Angebot von drei auf sechs Modelle, vom SUV-Coupé L03 bis zum Van X9. Den L03 präsentierte XPENG im Juli 2026 in München vor rund 1.500 Gästen, zeitgleich startete er in 65 Märkten.

Seit dem dritten Quartal 2025 baut Magna im österreichischen Graz XPENG-Modelle für Europa, zuerst G6, G9 und P7+, als viertes folgt das große SUV G9L. In München betreibt XPENG zudem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, für Ersatzteile gibt es ein eigenes Lager in Deutschland, für den Service eine Ferndiagnose. Außerhalb Chinas hat die Marke nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Autos ausgeliefert, rund 60.000 davon in Europa (Stand Oktober 2026).

Abendlich beleuchteter XPENG-Showroom im Erdgeschoss eines Neubaus, hinter den Schaufenstern steht ein SUV
XPENG-Store in Oslo (2023): Norwegen war 2020 der erste Markt in EuropaFoto: Ssu / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Roboter, Robotaxis und Flugautos

Inzwischen beschreibt sich XPENG als Unternehmen für „Physical AI“, also künstliche Intelligenz, die Maschinen in der echten Welt steuert. Im September 2026 nahm XPENG die Fertigung für den humanoiden Roboter IRON in Betrieb, erste Auslieferungen sind für 2027 geplant. Seit 2026 baut das Unternehmen in Guangzhou außerdem ein Robotaxi auf Basis des großen SUV GX in Serie. Und unter der Marke Aridge entstehen Flugautos, etwa ein Van, der ein abnehmbares Fluggerät mitführt.

Für Käufer in Deutschland zählt vor allem, was davon im Auto ankommt. Der L03 ist das erste XPENG-Modell, dessen eigene Navigation Kartendaten von Google Maps nutzt, ohne Smartphone-Spiegelung. Den Fahrassistenten NGP, der in China seit März 2026 auf dem KI-Modell VLA 2.0 läuft, will XPENG ab 2027 auch in Europa anbieten, sofern die Zulassungsregeln es erlauben. Im Juli 2026 fuhr ein L03 mit NGP bereits zur Erprobung durch München. Die Topversion des L03 bringt die nötige Rechenleistung mit, freigeschaltet werden soll die Funktion per Over-the-Air-Update.

Robotaxi, Roboter, Flugauto: XPENG versteht sich längst nicht mehr nur als Autohersteller.

XPENG in Jahreszahlen

  1. 2014Gründung in Guangzhou, unterstützt vom Internetunternehmer He Xiaopeng.
  2. 2017He Xiaopeng verlässt Alibaba und wird hauptberuflich Chairman von XPENG.
  3. 2018Im November beginnt die Serienfertigung des G3, des ersten Modells.
  4. 2020Börsengang in New York; im Dezember startet der Verkauf in Norwegen.
  5. 2021Zweite Börsennotierung in Hongkong.
  6. 2023Volkswagen steigt mit knapp 5 Prozent ein, XPENG übernimmt die Autoentwicklung von DiDi.
  7. 2024Marktstart in Deutschland im Mai mit P7 und G9, wenige Monate später folgt der G6.
  8. 2025Fertigung bei Magna in Graz, einmillionstes Fahrzeug, erster Quartalsgewinn.
  9. 2026Präsentation des L03 in München, Europapremiere des G9L auf dem Pariser Autosalon.

Für Käufer

Was das für dich heißt

  • Garantie: bis zu 7 Jahre oder 160.000 km auf das Auto, je nach Garantiefassung an die Wartung im XPENG-Netz gebunden, dazu 8 Jahre oder 160.000 km auf die Batterie.
  • Händler: Verkauf und Service über Vertragshändler, Ende 2025 waren es 50 Standorte, bis Ende 2026 sollen es bis zu 110 werden.
  • Auswahl: sechs Modelle vom SUV-Coupé L03 bis zum Van X9, alle elektrisch, den L03 gibt es zusätzlich mit Range Extender.
  • Software: Das Betriebssystem XOS bekommt regelmäßig Over-the-Air-Updates, zuletzt im August 2026 die Version 5.9.5.

Quellen

  1. XPENG: Markengeschichte und Meilensteine
  2. XPENG: XPENG wächst in Deutschland sowie Europa und bringt neue Modelle (09.04.2026)
  3. XPENG: Brand Day und Vorstellung des L03 in München (20.07.2026)
  4. XPENG: G9L und Fertigung bei Magna in Graz (09.10.2026)
  5. XPENG: Auslieferungen im Dezember und im Gesamtjahr 2025 (01.01.2026, englisch)
  6. Kraftfahrt-Bundesamt: Neuzulassungen nach Marken und Modellreihen (FZ 10), Datenlizenz by-2-0 · Lizenztext
  7. electrive: Xpeng baut Geschäft in Deutschland aus (21.07.2026)
  8. Wikipedia: XPeng (englisch)
  9. Wikipedia: He Xiaopeng (englisch)
  10. Wikipedia: Xpeng

Stand Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen und ohne Gewähr. Fotos von Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz stehen am jeweiligen Bild.

Aktuelle XPENG-Modelle

XPeng G6 (Facelift 2025) in Silbergrau, schräge Frontansicht

Elektro · SUV

XPENG G6

Reichweite
455–525 km
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XPeng G9 in Silber mit Dachreling, schräge Frontansicht

Elektro · SUV

XPENG G9

Reichweite
502–585 km
DC
445–525 kW

ab 59.600 €

XPENG G9L in Weiß, schräge Frontansicht

Elektro · SUV

XPENG G9L

Reichweite
553–591 km
DC
540 kW

ab 74.600 €

XPeng P7+ (2026) in Silber, schräge Frontansicht

Elektro · Limousine

XPENG P7+

Reichweite
455–530 km
DC
350–446 kW

ab 46.600 €

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