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EU und China: Begrenzung für Hybrid-Importe vereinbart

China will weniger Hybrid- und Plug-in-Hybridautos in die EU liefern. Was offiziell feststeht, was noch offen ist und was das für Käufer in Deutschland bedeutet.

18. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit ·

Die EU und China haben sich bei ihren Handelsgesprächen am 8. und 9. Oktober 2026 in Peking auf eine Verständigung zum Handel mit Hybridautos geeinigt. China sagt damit erstmals zu, die Ausfuhr von Voll- und Plug-in-Hybriden in die EU zu drosseln. Für Käufer in Deutschland ist das wichtig, weil chinesische Marken gerade bei Plug-in-Hybriden stark gewachsen sind. Die genauen Regeln hat die EU-Kommission aber noch nicht veröffentlicht.

Was offiziell feststeht

  • In ihrer gemeinsamen Erklärung vom 9. Oktober halten beide Seiten fest, dass sie sich nach intensiven Gesprächen über den Handel mit Hybridfahrzeugen verständigt haben, im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO).
  • EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte das nach dem EU-Gipfel am 16. Oktober die erste Zusage Chinas überhaupt, seine Hybrid-Exporte zu mäßigen.
  • EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sprach in Peking davon, dass über vier Jahre mehrere Millionen Hybridautos weniger aus China in die EU kommen sollen. Die Einzelheiten will die Kommission zuerst mit den Mitgliedstaaten abstimmen.
  • An den Ausgleichszöllen auf Elektroautos ändert die Verständigung nichts. Beide Seiten wollen aber die Verfahren zu Preiszusagen einzelner Hersteller fortsetzen. Für Januar ist eine Videokonferenz der Minister geplant, für März 2027 die nächste große Gesprächsrunde.

Welche Zahlen bisher genannt werden

Konkrete Werte nannte ein Vertreter der Kommission am 12. Oktober gegenüber Journalisten, ein amtlicher Text liegt dazu noch nicht vor. Demnach sollen höchstens 350.000 Hybrid- und Plug-in-Hybridautos pro Jahr aus China in die EU kommen, mit einem Zuwachs von bis zu 6 % jährlich. Die Regel soll zunächst vier Jahre gelten und laut den Berichten um den Jahreswechsel 2026/2027 starten. Für 2026 rechnet Brüssel mit rund 800.000 Hybridautos aus China, die Menge würde sich also mehr als halbieren.

Offen ist noch, wie sich die Menge auf die Hersteller verteilt und welche Antriebe genau mitzählen, zum Beispiel Modelle mit Range Extender. Wie stark chinesische Marken zuletzt zugelegt haben, zeigen Zahlen des Herstellerverbands ACEA: Im ersten Halbjahr 2026 kamen sie in Europa auf 14 % Marktanteil bei Vollhybriden und 25 % bei Plug-in-Hybriden. 2024 waren es jeweils 2 %.

Warum es um Hybride geht

Auf Elektroautos aus China erhebt die EU seit Ende Oktober 2024 für fünf Jahre Ausgleichszölle. Sie kommen zum normalen Einfuhrzoll von 10 % hinzu. Hybride und Plug-in-Hybride waren davon nicht betroffen, für sie gilt nur der normale Zollsatz. Seitdem haben sie für chinesische Hersteller in Europa stark an Bedeutung gewonnen.

HerstellerAusgleichszoll laut EU-Beschluss vom Oktober 2024
BYD17,0 %
Geely18,8 %
SAIC (MG)35,3 %
Andere kooperierende Hersteller20,7 %
Nicht kooperierende Hersteller35,3 %

Was das für dich als Käufer bedeutet

Noch gilt keine neue Regel: Bis die Mengengrenze in Kraft tritt, bleiben die Einfuhrbedingungen für Hybride aus China, wie sie sind. Die Grenze betrifft nur Autos, die in China gebaut und in die EU eingeführt werden, nicht Modelle aus europäischen Werken. Nach Medienberichten trifft sie unter anderem Hersteller wie BYD, Chery (mit Omoda und Jaecoo) und MG. Hybride und Plug-in-Hybride chinesischer Marken findest du bei uns zum Beispiel unter BYD, MG, Jaecoo und GWM.

Wie sich die Begrenzung auf Preise, Rabatte und Lieferzeiten auswirkt, lässt sich heute nicht sagen. Aktuelle Listenpreise stehen auf den Modellseiten, etwa beim BYD Seal U DM-i oder beim MG HS Plug-in-Hybrid.

Häufige Fragen

Gilt die Obergrenze für Hybride aus China schon?

Nein. Die EU und China haben sich am 9. Oktober 2026 verständigt, die Regeln dazu sind aber noch nicht veröffentlicht. Nach Medienberichten soll die Grenze um den Jahreswechsel 2026/2027 greifen.

Sind auch Elektroautos aus China betroffen?

Nein, die Verständigung betrifft Hybride und Plug-in-Hybride. Für Elektroautos aus China gelten seit Ende Oktober 2024 Ausgleichszölle. Festgelegt wurden für chinesische Hersteller Sätze zwischen 17,0 und 35,3 %, zusätzlich zum normalen Zoll von 10 %.

Werden Plug-in-Hybride aus China jetzt teurer?

Das ist offen. Wie die Mengen auf die Hersteller verteilt werden und wie Hersteller und Handel darauf reagieren, ist noch nicht bekannt.

Stand 18. Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen und ohne Gewähr; Preise und Bedingungen können sich ändern.

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