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Markenporträt

Omoda: Wie Chery eine Marke nur für den Export erfand

Aus einem einzigen Crossover von 2021 machte Chery eine Marke, die nur außerhalb Chinas verkauft wird. In Deutschland startete Omoda im Mai 2026, ausgerechnet mit dem 395 kW starken Flaggschiff Omoda 9.

5 Min. Lesezeit · Stand Oktober 2026 ·

Guangzhou, November 2021: Auf der Automesse zeigt Chery einen Crossover mit schräg abfallendem Dach und einem Kühlergrill aus vielen kleinen Rauten. Er heißt Omoda 5, und noch ist Omoda nur der Name dieses einen Modells. Gut ein halbes Jahr später kündigt Chery an, daraus eine eigene Marke zu machen, und im April 2023 steht fest: Omoda wird zusammen mit der Schwestermarke Jaecoo ausschließlich außerhalb Chinas verkauft. Als die Marke drei Jahre später nach Deutschland kommt, bringt sie allerdings ein ganz anderes Auto mit.

  • 2021

    Debüt des Omoda 5 in Guangzhou

  • 2,6 Mio.

    verkaufte Fahrzeuge des Chery-Konzerns 2025

  • 19.855

    Neuzulassungen in Großbritannien 2025

  • 181

    Neuzulassungen in Deutschland 2026 bis Sept.

Chery: groß geworden mit dem Export

Hinter Omoda steht Chery Automobile aus Wuhu in der Provinz Anhui. Beamte der Stadt gründeten das Unternehmen 1997, Ende 1999 lief das erste Auto vom Band, und schon 2001 begann der Export. Nach eigenen Angaben ist Chery seit 23 Jahren Chinas größter Pkw-Exporteur. 2025 verkaufte der Konzern mehr als 2,6 Millionen Fahrzeuge, rund 1,3 Millionen davon gingen ins Ausland, in mehr als 130 Länder und Regionen. Im September 2025 ging Chery in Hongkong an die Börse.

Um im Ausland zu wachsen, setzt Chery auf viele Marken mit klar verteilten Rollen: Exeed für Premium-Modelle, Jetour für preisbewusste Familien, iCar für Elektro-SUV. Omoda und Jaecoo sind ein Sonderfall, denn Chery hat sie eigens für Märkte außerhalb Chinas geschaffen. Bis 2030 sollen die beiden zusammen 1,4 Millionen Autos im Jahr verkaufen.

Ein Modell wird zur Marke

Der Omoda 5, intern X-C genannt, war das erste Crossover-Modell einer neuen Chery-Generation mit eigener Formensprache. Im Februar 2022 lief die Produktion an. In China verkaufte Chery das Auto unter eigenem Namen, seit Ende 2024 heißt es dort Tiggo 5x High Energy.

Im Juni 2022 kündigte Chery an, Omoda als eigenständige Marke aufzustellen, zuerst für Russland, wo der Omoda C5 im Oktober 2022 in den Handel kam. Den großen Auftritt bekam die Marke im April 2023 in Wuhu, zusammen mit Jaecoo. Den Namen erklärt der Hersteller so: Das O steht für Sauerstoff und damit für Lebendigkeit, Moda kommt von modern. Gedacht ist Omoda für Käufer, die sich für Technik, Design und Lifestyle interessieren.

Im selben Monat zeigte Chery auf der Auto Shanghai eine Elektroversion, die als Omoda E5 zuerst im Februar 2024 in Indonesien auf den Markt kam. In Deutschland heißt sie Omoda 5 EV.

Omoda begann als Name eines einzigen Autos. Heute ist es eine Marke, die es in China gar nicht zu kaufen gibt.

Silbernes Crossover-SUV Omoda 5 mit orangefarbenem Dach und orangefarbenen Akzenten in Seitenansicht auf einem Messestand unter einem Omoda-5-Banner
Omoda 5 auf einer Automesse in China (2021), damals noch als Chery Omoda 5Foto: Zoerides / Wikimedia Commons, Gesichter unkenntlich gemacht · CC BY-SA 4.0

Über Spanien und England nach Europa

Nach Westeuropa kam Omoda 2024, zuerst im März nach Spanien, im Mai nach Großbritannien, dort mit dem Omoda 5 als Benziner und als Elektroauto. Für die britischen Straßen bekam das Auto eine eigene Abstimmung von Federn, Dämpfern und Stabilisatoren. 2025 wurden in Großbritannien laut Branchenverband SMMT 19.855 neue Omoda zugelassen, mehr als von Suzuki.

Verkauft wird Omoda in vielen Ländern gemeinsam mit Jaecoo, oft im selben Autohaus und mit derselben Ersatzteillogistik. In Spanien betreibt der Logistiker Kühne+Nagel für die beiden Marken seit 2024 ein Verteilzentrum in Azuqueca de Henares bei Madrid. Zusammen sind Omoda und Jaecoo nach Herstellerangaben inzwischen in 77 Märkten vertreten. In Großbritannien ist die Schwester sogar die erfolgreichere der beiden, doch das ist die Geschichte von Jaecoo.

Flaches Autohaus mit blauer Fassadenblende und den Schriftzügen Omoda und Jaecoo, davor zwei Omoda 5 und weitere geparkte Autos
Autohaus von Omoda und Jaecoo in Brentwood, England (2024), zwei Monate nach dem Start in GroßbritannienFoto: Des Blenkinsopp / Wikimedia Commons, Kennzeichen unkenntlich gemacht · CC BY-SA 2.0

Deutschland: Start mit dem Flaggschiff

In Deutschland ging Jaecoo im Januar 2026 voran, Omoda folgte am 7. Mai 2026 mit dem Omoda 9 PHEV für 52.900 Euro. Das Allrad-SUV ist die Exportversion des Exeed Yaoguang aus Cherys Premiummarke Exeed und steht auf der Plattform M3X, die Chery mit dem Zulieferer Magna entwickelt hat. Ein 1,5-Liter-Turbobenziner und drei Elektromotoren kommen zusammen auf 395 kW, der Sprint auf 100 km/h dauert 4,9 Sekunden. Die 34,5-kWh-Batterie reicht nach WLTP für bis zu 145 Kilometer elektrisch. In der Kopfstütze des Fahrersitzes stecken eigene Lautsprecher, im Modus Private hört nur der Fahrer Navigation und Telefon. Bei Euro NCAP erhielt der Omoda 9 2025 fünf Sterne.

Für Deutschland stimmte das Chery-Entwicklungszentrum in Raunheim bei Frankfurt das adaptive Fahrwerk und die Lenkung ab. Das Zentrum gibt es seit 2018. Rund 90 Leute arbeiten dort an Fahrwerk, Antrieb, Zulassung und Design für Europa, bis Ende 2026 sollen es 120 bis 140 werden. Den Vertrieb übernimmt die OMODA & JAECOO Deutschland GmbH in Frankfurt am Main, eine Tochter der Chery-Gruppe.

Inzwischen gibt es auch den Omoda 5, mit dem alles begann, als Vollhybrid ab 28.900 Euro und als Elektroauto ab 36.900 Euro. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden von Januar bis September 2026 in Deutschland 181 neue Omoda zugelassen, 63 davon im September. Das Händlernetz teilt sich Omoda mit Jaecoo, im September 2026 waren es 50 Handelspartner. Laut Importeur soll es lieber gesund als schnell wachsen.

Die Marke begann mit einem kompakten Crossover. Nach Deutschland kam sie zuerst mit einem 395 kW starken Allrad-SUV.

Was als Nächstes kommt

Im Oktober 2026 stellten Omoda und Jaecoo zum ersten Mal auf dem Pariser Autosalon aus. Dort stand auch der Omoda 7 als Plug-in-Hybrid, ein SUV, das schon auf der IAA 2025 in München zu sehen war, in Deutschland aber bisher nicht angeboten wird.

Für das erste Halbjahr 2027 hat Chery außerdem den Deutschlandstart seiner Hauptmarke angekündigt, mit vier Hybrid-SUV der Reihe Tiggo. Die Händlerseite dafür betreibt ebenfalls die OMODA & JAECOO Deutschland GmbH in Frankfurt.

Omoda in Jahreszahlen

  1. 1997Beamte der Stadt Wuhu in der Provinz Anhui gründen den Autohersteller Chery.
  2. 2018Chery eröffnet ein Entwicklungs- und Designzentrum in Raunheim bei Frankfurt.
  3. 2021Chery zeigt den Omoda 5 im November auf der Auto Guangzhou.
  4. 2022Omoda wird eigene Marke, zuerst für Russland, wo im Oktober der Omoda C5 startet.
  5. 2023Chery stellt im April in Wuhu Omoda und Jaecoo als Marken nur für den Export vor.
  6. 2024Die Elektroversion Omoda E5 kommt im Februar zuerst in Indonesien auf den Markt.
  7. 2024Start in Westeuropa: im März in Spanien, im Mai in Großbritannien.
  8. 2026Im Mai startet der Verkauf des Omoda 9 PHEV in Deutschland.
  9. 2026Erster Auftritt von Omoda und Jaecoo auf dem Mondial de l'Auto in Paris im Oktober.

Für Käufer

Was das für dich heißt

  • Garantie: 7 Jahre oder 150.000 km auf das Auto, 8 Jahre oder 160.000 km auf E-Antrieb und Akku (mindestens 70 Prozent Restkapazität).
  • Auswahl: zwei Modelle, der Omoda 5 als Vollhybrid oder Elektroauto und der Omoda 9 als Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb.
  • Händler: Omoda teilt sich das Netz mit Jaecoo, laut Importeur waren es im September 2026 zusammen 50 Handelspartner.
  • Ersatzteile: Das Zentrallager in Rennerod soll laut Hersteller 99 Prozent der Teile binnen 24 Stunden zum Händler bringen, auch Hochvoltbatterien.

Quellen

  1. OMODA & JAECOO Deutschland: Omoda 9 PHEV ab 52.900 Euro (07.05.2026)
  2. OMODA & JAECOO Deutschland: Chery erweitert die Entwicklung in Raunheim (02.02.2026)
  3. OMODA & JAECOO Deutschland: 50 Handelspartner in Deutschland (18.09.2026)
  4. OMODA & JAECOO Deutschland: Erste Teilnahme am Mondial de l'Auto 2026 (03.08.2026)
  5. Kraftfahrt-Bundesamt: Neuzulassungen nach Marken und Modellreihen (FZ 10), Datenlizenz by-2-0 · Lizenztext
  6. Carwow: Chinese car sales in 2025, Zahlen der SMMT (08.01.2026, englisch)
  7. Wikipedia: Omoda (englisch)
  8. Wikipedia: Omoda C5 (englisch)
  9. Wikipedia: Chery (englisch)
  10. Wikipedia: Exeed Yaoguang (englisch)

Stand Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen und ohne Gewähr. Fotos von Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz stehen am jeweiligen Bild.

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